Wenn Frauen lieben – mit Sinn und ohne Verstand!

Das grosse und ewig währende Thema, das die Menschheit seit jeher beschäftigt ist die Liebe. Aus jeder Epoche unserer Kulturgeschichte gibt es Überlieferungen  der unterschiedlichsten Art über dieses allumfassende Thema. Mal überschwänglich wie im Sturm und Drang oder der Boheme, mal sachlich wie in der Nachkriegszeit. Jede Epoche hatte seine eigene Art das Thema zu behandeln.

Wie man sich heute der Liebe nähert zeigte BelleAmie abendfüllend in einem Sommerkonzert. „Wenn Frauen lieben – mit Sinn und ohne Verstand“, wobei „Sinn“ nicht nur für die einfache Sinnhaftigkeit der Liebe, sondern vor allem für „Sinnlichkeit“ steht, welche perfekt mit Frauenpower zu kombinieren ist. „Wenn Frauen lieben, dann spürt man überall so ein Kribbeln, Schmetterlinge im Bauch“, eröffneten die beiden Moderatorinnen Natalie Schneider und Jenny Hunkler mit Ihrer Ansprache an die Gäste, im nicht nur durch das Thema, sondern auch durch das sommerliche Wetter, aufgeheizten Geschwister-Scholl-Haus. Musikalisches Kribbeln war an diesem Abend gewiss. Der Frauenchor BelleAmie bewies grosses Können bei der Interpretation der von Chorleiterin Annedore Hacker hervorragend ausgewählten Titel. Eine ganz wunderbare Zusammenstellung unterschiedlicher Genre zu ein und demselben Thema. Von romantischen Motiven „Da unten im Thale“ oder „Wohl heute noch und morgen“, über wunderbare nordamerikanische Popklassiker wie „Love is all around“ und „All I have to do is dream“, bis hin zu neuzeitlichen, deutschen Popinterpretationen wie „Wolke 4“ und rockigen Hymnen wie „The Power of Love“. Die Auswahl der Lieder und die besondere Interpretation des Chores BelleAmie, mal wehmütig gedeckt, mal fröhlich impulsiv, zauberte eine ganz besondere Stimmung in Saal. Gestützt oder gar gehoben wurde diese Stimmung von einer blutjungen Band, die sich dem erotischsten aller Musikgenre widmet: dem Jazz. Die vier unfassbar talentierten Jungmusiker glänzten sowohl in Begleitung des Chores, als auch in ihren virtuosen Soloparts: Gesa Amelie Petersen am Saxophon, Mareike Beckert am Schlagzeug, Rosanna Zacharias am Kontrabass und Ludger Donath am Klavier. Hoffentlich standen diese vier Musiktalente nicht, so wie es konzipiert war, das Einzige mal gemeinsam auf der Bühne.

Das erste Konzert von BelleAmie unter der Leitung von Annedore Hacker war ein voller Erfolg. Man hört die grosse Ausgewogenheit der Stimmen, die verbesserte Intonierung der Sängerinnen und vor allem die grosse Vielfalt in der Interpretation. Ausdruck und Gefühl ist es, was moderne Chormusik ausmacht. Dafür steht Annedore Hacker und hat beides in ihrem Chor BelleAmie schon in so kurzer Zeit verinnerlicht. Ausdruck und Gefühl, eben so wie Frauen lieben – Mit Sinn und ohne Verstand. Ein wunderbarer Konzertabend der mit der schönen Feier im Pfarrgarten in der lauen Sommernacht seinen Ausklang fand.

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